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Sauerteig nach der Ruhe im Kühlschrank wieder wecken

Mein Sauerteig schlummert öfter im Kühlschrank, als dass er aktiv auf der Arbeitsplatte steht. Nach ein paar Wochen in der Kälte war es heute wieder Zeit, ihn aufzuwecken. Und genau das ist einer der schönen Vorteile von Sauerteig: Du kannst ihn ziemlich lange kühl lagern, aber früher oder später möchtest du natürlich wieder Brot backen statt ein Glas im permanenten Winterschlaf zu hüten. So mache ich das.

Sauerteig nach der Ruhe im Kühlschrank wieder wecken

Aus dem Kühlschrank holen

Der erste Schritt ist herrlich unspektakulär: Hol deinen Sauerteig einfach aus dem Kühlschrank. Ich arbeite meistens mit etwa 124 Gramm Starter — eine Menge, die ich persönlich sehr angenehm finde. Nicht so viel, dass man unnötig viel wegwerfen muss, aber mehr als genug, um direkt damit loszulegen.

Das Rezept zum Reaktivieren

Eigentlich ist es genauso einfach, wie es klingt. Ich nehme von allem gleich viel:

  • 124 Gramm Sauerteig aus dem Kühlschrank
  • 124 Gramm handwarmes Wasser
  • 124 Gramm Mehl

Dieses 1:1:1-Verhältnis ist leicht zu merken und tut einfach genau das, was es soll. Keine höhere Mathematik, kein geheimnisvolles Bäcker-Ritual, kein Blick auf den Mondkalender.

Zu einer schönen Masse verrühren

Danach vermische ich alles gründlich, bis eine glatte, homogene Masse entsteht. Keine trockenen Stellen mehr, aber auch nicht übertrieben flüssig. Es darf aussehen wie dicker Pfannkuchenteig: kräftig, aber noch gut rührbar. Ich rühre alles einfach wieder im selben Glas an, in dem der Starter schon war. Praktisch ist das auch, und es spart Abwasch — immer ein Pluspunkt.

Wärme für die Aktivierung

Hier kommt ein wichtiger Teil der Geschichte: Sauerteig mag Wärme, wenn er wieder aktiv werden soll. Deshalb stelle ich das Glas an einen warmen Ort — nicht heiß, sondern einfach angenehm lauwarm. Denk an etwa 20–25°C oder knapp darüber. Das hilft den Bakterien und Hefen, nach ihrem langen Nickerchen wieder in Gang zu kommen.

Geduld ist hier dein bester Freund. Dein Sauerteig fängt nicht sofort an zu jubeln und zu blubbern. Gib ihm ein paar Stunden und schau in Ruhe, was passiert.

Und jetzt?

In den nächsten Stunden schaue ich immer mal wieder nach ihm. Wenn alles gut läuft, erscheinen Bläschen, du riechst den vertrauten säuerlichen Duft und siehst, wie das Volumen zunimmt. Dann weißt du: Der Starter ist wieder wach und bereit zum Einsatz.

Das ist doch das Schöne an Sauerteig: Du kannst ihn monatelang schlafen lassen, und mit etwas Wasser, Mehl und Wärme ist er einfach wieder einsatzbereit. Kein Aufwand, kein Mysterium — vor allem etwas Geduld und ein erstaunlich zäher Überlebenskünstler im Glas.

Und schau, 2 Stündchen später ist er wieder zum Leben erwacht!

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